10 Fakten - Wussten Sie das über den Bau?
1. Bau in Bayern: Anteil der Bauindustrie - Anteil des Bauhandwerks
Das Bauhauptgewerbe in Bayern ist überwiegend handwerksgeprägt und nicht wie andere Wirtschaftsbereiche industriegeprägt:
- 65 % der 14.000 bayerischen Betriebe des Bauhauptgewerbes sind Handwerksbetriebe
- Das Bauhandwerk realisiert 75 % der Gesamtproduktion, im Wohnungsbau sogar 86,9 %
- 75 % der 126.000 bayerischen Bauarbeitnehmer (bundeweit sind 700.000 Bauarbeitnehmer) sind im Bauhandwerk beschäftigt.
- Knapp 80 % der Bauauszubildenden finden im Handwerk ihre Lehrstelle
Folge: Das Bauhandwerk ist die Bauwirtschaftsmacht von nebenan!

2. Ausbildung am Bau
Allein 18 gewerbliche (= Berufsausübung vorwiegend auf der Baustelle) Ausbildungsberufe gibt es am Bau.
Hinzu kommen noch mehrere technische (z. B. Bauzeichner/-in) und kaufmännische Ausbildungsberufe (z. B. Bürokauffrau/-mann).
Die Ausbildungsquote beträgt bundesweit 6,6 % (37.000 Bauauszubildende sind es gesamt).
Jedes 15. Beschäftigungsverhältnis am Bau ist somit ein Ausbildungsverhältnis.
Von den deutschlandweit 68.000 Betrieben des Bauhauptgewerbes bilden 15.350 Betriebe
(= 23 % ) aus.
3. Anzahl der Baubetriebe Bund/Bayern
68.000 Betriebe des Bauhauptgewerbes gibt es in Deutschland, 14.000 davon in Bayern (Anteil Bayern 20 %).
4. Leiharbeit
Leiharbeit (= gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung) ist am Bau gesetzlich verboten.
Gleiche Arbeit wird am Bau auch gleich bezahlt.
5. Durchschnittliche Größe des Baubetriebes
Der durchschnittliche Baubetrieb in Deutschland beschäftigt 10 Arbeitnehmer.
Viele Firmen sind Familienbetriebe.
6. Umsatz im Bauhauptgewerbe pro Jahr
65,6 Milliarden Euro erwirtschaftet das Bauhauptgewerbe an Umsatz bundesweit pro Jahr.
Auf Bayern entfallen dabei 15 Milliarden Euro (Anteil Bayern ca. 20 %).
Der Umsatz wird in Bayern in der Regel zu ca. je 1/3 (= 5 Milliarden Euro) in folgenden 3 Bereichen erwirtschaftet:
- Öffentlicher Bau (Komunen sind Hauptauftraggeber)
- Gewerbe und Wirtschaftsbau (Firmen sind Hauptauftraggeber)
- Wohnungsbau (Private/Verbraucher sind Hauptauftraggeber)
7. Mindestlohn
Am Bau gibt es mehrere und die höchsten Mindestlöhne in Deutschland.
An diese Mindestlöhne muss sich jeder Arbeitgeber halten.
Der Mindestlohn I - West (Mindestlohn für einen Bauhelfer) beträgt 11,05 Euro.
Der Mindestlohn II - West (Mindestlohn für einen Arbeitnehmer, der Teilleistungen eines Bauberufsbildes erbringt) beträgt 13,40 Euro.
Damit liegen die Baumindestlöhne weit über der Höhe des derzeit diskutierten gesetzlichen Mindeslohnes.
8. Verdienstmöglichkeiten
Am Bau ist das Verdienstniveau so hoch wie in kaum einem anderen Handwerk.
Von der höchsten Ausbildungsvergütung aller Handwerke angefangen, über den Lohn des gewerblichen Arbeitnehmers, bis hin zum Gehalt des technischen oder kaufmännischen Angestellten.
Der durchschnittliche (= Durchschnitt aller 6 Lohngruppen am Bau) Lohn eines gewerblichen Bauarbeitnehmers in Bayern beträgt 15 Euro.
In den neuen Bundesländern beträgt der durchschnittlich bezahlte Lohn 11,58 Euro.
Die sich daraus ergebene Lohnrelation Ost-West beträgt somit 77 %, weil der Ostlohn nur 77 % der Höhe des Westlohnes erreicht.
9. Technischer Fortschritt
Der technische Fortschritt hat am Bau längst Einzug gehalten.
Der maschinelle Einsatz erleichtert nicht nur das Arbeitsleben der Arbeiter auf Baustellen enorm, sondern sorgt auch dafür, dass Häuser heutzutage anders gebaut werden als vor 20 Jahren.
10. Winterbedingte Kündigung
Die Winterarbeitslosigkeit erreichte im Dezember 2010 einen erfreulichen historischen Tiefstand.
Nur noch jeder siebte Arbeitnehmer musste über die Wintermonate bundesweit gekündigt werden.
Die Baubetriebe sorgen trotz oftmals fehlender Aufträge über die Wintermonate unter Inkaufnahme eigener finanzieller Aufwendungen dafür, dass den Bauarbeitnehmern eine durchgehende Beschäftigung zur Verfügung gestellt wird.