10 Baufakten

10 Fakten – Wussten Sie das über den Bau?
 

Bevor wir zu den Fakten kommen, lassen wir Bilder über das Baugewerbe  unter folgendem Link zu Ihnen sprechen:
https://www.youtube.com/watch?v=PS9s7KOYhYo
 

1. Bau in Bayern: Anteil der Bauindustrie – Anteil des Bauhandwerks
Das Bauhauptgewerbe in Bayern ist überwiegend handwerksgeprägt und nicht wie andere Wirtschaftsbereiche industriegeprägt: 

  • 65 % der 13.300 bayerischen Betriebe des Bauhauptgewerbes sind Handwerksbetriebe
  • Das Bauhandwerk realisiert 75 % der Gesamtproduktion, im Wohnungsbau sogar 86,9 %
  • 75 % der 142.000 bayerischen Bauarbeitnehmer (bundeweit sind 805.000 Bauarbeitnehmer) sind im Bauhandwerk beschäftigt.
  • Knapp 80 % der Bauauszubildenden finden im Handwerk ihre Lehrstelle

Folge: Das Bauhandwerk ist die Bauwirtschaftsmacht von nebenan!

2. Ausbildung am Bau
Allein 18 gewerbliche (= Berufsausübung vorwiegend auf der Baustelle) Ausbildungsberufe gibt es am Bau.
Hinzu kommen noch mehrere technische (z. B. Bauzeichner/-in) und kaufmännische Ausbildungsberufe (z. B. Bürokauffrau/-mann).
Die Ausbildungsquote beträgt bundesweit 5 % (34.000 Bauauszubildende sind es gesamt).
Jedes 20. Beschäftigungsverhältnis am Bau ist somit ein Ausbildungsverhältnis.
Von den deutschlandweit 73.300 Betrieben des Bauhauptgewerbes mit mindestens einem Arbeitnehmer bilden 14.300 Betriebe (= 20 % ) aus.
  

3. Anzahl der Baubetriebe Bund/Bayern
73.300 Betriebe des Bauhauptgewerbes gibt es in Deutschland, 13.300 davon in Bayern (Anteil Bayern 18 %).
 

4. Leiharbeit
Leiharbeit (= gewerbliche Arbeitnehmerüberlassung) ist am Bau gesetzlich verboten.
Gleiche Arbeit wird am Bau auch gleich bezahlt.
 

5. Durchschnittliche Größe des Baubetriebes
Der durchschnittliche Baubetrieb in Deutschland beschäftigt 10 Arbeitnehmer. 83 % der Baubetriebe beschäftigen damit nicht mehr als 10 Arbeitnehmer, gar 93 % der Betriebe nicht mehr als 20 Arbeitnehmer. Den Baumittelstand bildet somit das Bauhandwerk und das mit Betrieben von 10 bis 20 Beschäftigten.
Viele Firmen sind Familienbetriebe. Insgesamt gibt es in Bayern 133 Betriebe (dies entspricht einem Anteil in Höhe von ca. 1 % an der Gesamtzahl der Betriebe) mit 100 oder mehr Beschäftigten, von denen unser Verband über die Hälfte in unserer Organisation vertritt. In ganz Deutschland gibt es 13 Bauunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten (dies entspricht einem Anteil in Höhe von ca. 0,02 % an der Gesamtzahl der Betriebe).
 

6. Umsatz im Bauhauptgewerbe pro Jahr
Mehr als 112 Milliarden Euro erwirtschaftet das Bauhauptgewerbe an Umsatz bundesweit pro Jahr.
Auf Bayern entfallen dabei 22,5 Milliarden Euro (Anteil Bayern ca. 20 %).
Dieser Umsatz wird in Bayern und im Bund in der Regel zu ca. je 1/3 in folgenden 3 Bereichen erwirtschaftet:

  • Öffentlicher Bau (Komunen sind Hauptauftraggeber)
  • Gewerbe und Wirtschaftsbau (Firmen sind Hauptauftraggeber)
  • Wohnungsbau (Private/Verbraucher sind Hauptauftraggeber)

Die aktuellen Zahlen 2017/2018 finden Sie hier:

Übersicht Erwartungen 2018

Zahlen Konjunktur 2012 bis 2018

7.  Mindestlohn
Am Bau gibt es mehrere und die höchsten Mindestlöhne in Deutschland.
An diese Mindestlöhne muss sich jeder Arbeitgeber halten.
Der Mindestlohn 1 – West (Mindestlohn für einen Bauhelfer) beträgt seit Januar 2018 pro Stunde 11,75 Euro.
Der Mindestlohn 2 – West (Mindestlohn für einen Arbeitnehmer, der Teilleistungen eines Bauberufsbildes erbringt) beträgt seit Januar 2018 pro Stunde 14,95 Euro.
Damit liegen die Baumindestlöhne weit über der Höhe des derzeit diskutierten gesetzlichen Mindestlohnes.
Anbei eine Übersicht der Mindestlöhne Bau- und Ausbaugewerbe – allerdings noch mit Stand Januar 2019

Mindestlohn Bau und Ausbau ab Januar 2019

8. Verdienstmöglichkeiten
Am Bau ist das Verdienstniveau so hoch wie in kaum einem anderen Handwerk.
Von der höchsten Ausbildungsvergütung aller Handwerke angefangen, über den Lohn des gewerblichen Arbeitnehmers, bis hin zum Gehalt des technischen oder kaufmännischen Angestellten.
Der durchschnittliche (= Durchschnitt aller 6 Lohngruppen am Bau) Lohn eines gewerblichen Bauarbeitnehmers in Bayern beträgt 16,94 Euro.
 

► Die aktuellen Löhne und Gehälter am Bau finden Sie hier: Loehne___Gehaelter___Ausbildungsverguetungen_Bau_ab_November_2021

Der Lohn, den ein Bauarbeiter in seinem Erwerbsleben verdient, hält auch dem Vergleich mit dem Gehalt eines Akademikers statt.
Siehe folgende Gegenüberstellung:

Verdienst Vergleich Bauarbeiter zu Akademiker

Durch das Sozialkassenverfahren der Bauwirtschaft sind jedem Arbeitnehmer ein zusätzliches Urlaubsgeld und eine rein arbeitgeberfinanzierte Altervorsorge in Form der Tarifrente Bau garantiert.
Das zusätzliche Urlaubsgeld beträgt 25 % (2016 und 2017 Absenkung auf 20 %) des ohnehin während des Urlaubs weiterbezahlten Lohnes (bei gewerblichen Arbeitnehmern entspricht dies pro Urlaubstag ca. 30 Euro brutto).
Bei Angestellten beträgt es pro Urlaubstag 24 Euro brutto (2016 und 2017 Absenkung auf 19 Euro brutto).
Für die Altervorsorge zahlt der Arbeitgeber monatlich bei gewerblichen Arbeitnehmern ca. 90 – 100 Euro, bei Angestellten 67 Euro (2016 und 2017 79,50 Euro) für den Arbeitnehmer ein.

9. Technischer Fortschritt
Der technische Fortschritt hat am Bau längst Einzug gehalten.
Der maschinelle Einsatz erleichtert nicht nur das Arbeitsleben der Arbeiter auf Baustellen enorm, sondern sorgt auch dafür, dass Häuser heutzutage anders gebaut werden als vor 20 Jahren.

10. Winterbedingte Kündigung
Die Winterarbeitslosigkeit erreichte im Dezember 2010 einen erfreulichen historischen Tiefstand.
Nur noch jeder siebte Arbeitnehmer musste über die Wintermonate bundesweit gekündigt werden.
Auch nach dem Jahr 2010 liegt die Winterarbeitslosigkeit bis zum heutigen Tage auf niedrigem Niveau.
Die Baubetriebe sorgen trotz oftmals fehlender Aufträge über die Wintermonate unter Inkaufnahme eigener finanzieller Aufwendungen dafür, dass den Bauarbeitnehmern eine durchgehende Beschäftigung zur Verfügung gestellt wird.